Blutorangen haben gerade Saison. Da es sie ausschließlich in Sizilien gibt, wo sie auf den fruchtbaren vulkanischen Böden des Ätna angebaut werden, ist die Erntezeit nur im Winter. So ungefähr ab Mitte Dezember geht es los, die beste Qualität für die Früchte kommt von Februar an und im April ist die Saison schon wieder vorbei. 

Blutorangenmarmelade

Da dieses Obst weltweit ausschließlich in Italien angebaut wird, gibt es die Blutorangen nicht ganzjährig zu kaufen.  Außerdem reifen Zitrusfrüchte nicht nach und müssen vollreif geerntet werden. Die rote Farbe kommt von den sogenannten  Anthocyanen, sekundäre Pflanzenstoffe, die das Herz schützen und freie Radikale abfangen.

Die Bauern auf Sizilien erzählen, dass ein Glas Blutorangensaft pro Tag die Menschen 100 Jahre alt werden lässt. Außerdem enthalten die Blutorangen Mineralstoffe und 14 verschiedene Vitamine, also mehr als die normale Apfelsine. Dazu kommt daß weniger Fruchtzucker enthalten ist und der Geschmack herber und kräftigerer ist

Die Handelskette Edeka hat schon seit der Woche vor Weihnachten einen Fruchtsaft in der Kühlung, unter Eigenmarke, aus reinem Blutorangensaft. Ein herrlicher Geschmack, geradezu süchtigmachend.

Inspiriert von der Weihnachtsmarmelade eines Norddeutschen Freundes bzw. dessen Mutter, hab ich mir gedacht, daß das DIE ultimative Antwort auf normalen Orangensaft ist, der dort verwendet wird.

Blutorangenmarmelade Farbe

Gesagt getan.

Glücklicherweise hat die Firma Diamant ein neues Produkt auf dem Markt, "Gelierzucker für Gelee aus Saft", das 1:1 mit Saft angemischt wird und auf die Säure und Konsistenz von Saft abgestimmt ist.

Der Rest ist trivial: 1l Blutorangensaft mit 1kg Diamant Gelierzucker für Gelee aufkochen und dabei kräftig rühren um den Zucker zu lösen und anbrennen zu verhindern, 4-6 Minuten unter rühren sprudelnd kochen lassen und in saubere Twist- Off Gläser füllen. Nach einigen Stunden war die Marmelade fertig und der Geschmack ist sehr edel. Leicht herb, trotzdem süß und eher fest in der Konsistenz. Und diese herrliche Farbe!!!

Leider war die Farbe auf meinem Foto nicht so gut, also hab ich nochmal ein Foto aus einem anderen Blickwinkel gemacht.

Erstaunlicherweise schmeckt diese Marmelade sogar auf eher herzhaften Brot sehr gut, ich hab es auf Röstzwiebelbaguette ausprobiert, denke aber, daß die Marmelade auch zu Käse passen dürfte.

Das war ein schnelles Projekt, ideal für zwischendurch, ideal als Geschenk aber eigentlich eher das Lebensmittel was man am liebsten für sich ganz allein behalten möchte.

Viel Spaß beim ausprobieren!



Zugegebenermaßen, mein erster Versuch mit Bambusnadeln von Prym war nicht besonders angenehm, ich stricke sehr fest und für mich gab es - im Vergleich mit den Nadeln von Prym oder denen die man bei netto und LIDL bekam- einfach nichts besseres als die 20cm Aluminiumnadeln von addi. Glatt, stabil, leicht, die Maschen gleiten perfekt. Babmbusnadeln waren zu biegsam und zwei brachen - und sie waren fast genauso teuer (die von Clover waren sogar teurer). Nun, gut 6 Jahre später, habe ich einen neuen Anlauf gemacht.

Next Bambusnadeln

Eigentlich ungeplant, denn meine Spiele sind alle besetzt und die Nadeln, die in den Aldi- Strumpfwollpaketen dabei waren, sind rauh, schwer und die Spitzen sind ungeschliffen. Zusammen mit der dünnen, spleißenden Strumpfwolle von aldi ist das stricken zum abgewöhnen.

Da meine Mutter mir aber genau diese Wolle in die Hand gedrückt hatte und sagte: strick mir mal bitte Socken, ich geb dir auch ein Honorar dafür, ließ es sich nunmal nicht verhindern.

Und so nahm ich das Geld was ich von meiner Oma zu Weihnachten bekommen hatte und wollte mir neue Nadeln besorgen. Zwischen den Jahren wäre der Laden in Buckow sicher zu, so nahm ich an, und bis nach Berlin wollte ich nicht fahren mit dickem Schnupfen und Robin zusammen. Gottseidank gibt es ja mittlerweile in Müncheberg, sogar von mir aus nur die Straße den Berg runter die "Kleine Handwerkstatt" die eine Marktlücke in der Region bedient.

Dort gibt es, wie ich feststellen musste, ausschließlich Bambusnadeln, also hab ich die gekauft. Ich hab meine üblichen Stärken 2,5 und 3mm genommen und jeweils 5,90 Euro pro Nadelspiel bezahlt. Ein guter Preis wenn man bedenkt daß das immernoch weniger ist als im Versandhandel mit Versandkosten. Die Stricknadeln sind von der Firma NEXT, man bekommt grundlegende Informationen auf der Seite des Produktes und bestellen kann man sie in der Wollfactory.

Tichiro hat auf ihrem Blog rausgefunden, daß die NEXT- Garne identisch zu denen von NORO sind, also ist davon auszugehen, daß die Nadeln ebenfalls von dort kommen. So kann ich guten Gewissens sagen, daß die Bambusnadeln aus meinem Lieblingsland Japan kommen.

Das Strickerlebnis ist ganz anders als damals. Die Nadeln sind erstaunlich stabil, nicht biegsam, geben nicht so arg nach und fühlen sich auch generell wertiger an. Und die Hersteller haben Recht, die Hände werden nicht kalt oder schwitzig und das geringe Gewicht ist wunderbar. Das Arbeitstempo ist dadurch deutlich erhöht und es strickt sich ganz angenehm, selbst wenn die Wolle eine Katastrophe ist.

Ich werd nicht dafür bezahlt das zu sagen, aber für die NEXT Bambusstricknadeln fürs Sockenstricken kann ich eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen: selbst für die Brettstricker ausgezeichnet stabil und angenehm. Könnt mir sogar vorstellen daß man im Flugzeug damit weniger Ärger hat. Klasse Nadeln, in nur einem Tag mehr gestrickt als vorher in den 2 Wochen davor.



Ich gebe zu, ich bin ein extremer Perfektionist.

Ich muss unbedingt noch dieses und jenes neue Gimmick im Blog erst eingebaut haben, ehe ich wieder schreiben kann, sagt der Perfektionismus.

Oder ich muss erst die alten Einträge wieder in richtige Reihenfolge ergänzen, ehe ich mit der Gegenwart weitermachen darf.

Oder ich muss den Text geschrieben, die Fotos bearbeitet, sortiert, umbenannt und hochgeladen haben, den Text korrekturgelesen und es muss gefällig aussehen, ehe ich was publizieren darf, sagt der Perfektionismus.

Oder bei meinen in Arbeit befindlichen Handarbeitsprojekten, von denen immer mehr zu UFOs mutieren, weil ich es erst pefekt beenden können muss, damit es wirklich fertig ist.

Unsere Eltern, Lehrer und Erzieher brachten uns bei "tu es perfekt oder tu es garnicht"!

Aber Perfektion ist eine Falle. Sie lähmt. Vor allem mich in den letzten Jahren.

Menschen sind nicht perfekt, sie sind Menschen und alles was sie schaffen kann nicht perfekt sein. Und es anzustreben ist enorm zeitaufwendig. Trotzdem ist da diese fiese innere Stimme die einem sagt daß man nur dann geliebt wird, etwas erreichen kann oder Erfolg haben kann, wenn man perfekt ist.

Und so liegen hier noch FIMO- Perlen auf dem Backblech unfertig, die ich nurnoch backen muss, aber der Perfektionismus raunt mir zu, ich solle erst das Backblech zuende volllegen weil es sich sonst nicht lohne. Und das blockiert mir das Backblech und sieht unordentlich aus und es nagt an einem wenn man es permanent vor Augen hat.

Oder die getrockneten Kräuter hängen von der Küchendecke. Das Kleid wartet in einer Kiste auf die letzten Nähte. Robins Kindergartentasche, fertig gestrickfilzt der ich die zur Vollendung nötigen Klettverschlüsse noch nicht annähen kann, weil ich ja erst noch einen Namenszug aufsticken, auffilzen oder aufnhähen muss und mich zwischen diesen Arten nicht entscheiden kann...

Seid ihr auch so? Wie äußert sich das bei euch? Was tut ihr dagegen?


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Wie versprochen kommt hier der Nähmaschinenführerschein, den ich beim Osterknopfmarkt gefunden habe.

naehmaschinenfuererschein_blogbild.gif ein Klick aufs Bild bringt euch zu einer PDF- Datei die ich daraus gemacht habe. Ich habe mir erlaubt, die Blätter die dabeiwaren fein säuberlich einzuscannen und sie für euch zugänglich zu machen. Ich finde, sowas sollte man heutzutage wieder in der Grundschule lehren und abbprüfen. Und das Buch aus dem das stammt würde ich zu gerne mal haben. Zugegebenermaßen hätte ich Mühe den Fadenverlauf einzuzeichnen und bei unifarbenen Stoffen finde ich die rechte Stoffseite in der Regel auch nicht, aber ich habe es nie gelernt. Und ihr? Was meint ihr dazu?


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Heute Mittag guckte ich nochmal in den Müncheberger Anzeiger, um zu überprüfen, welche der Veranstaltungen die ich besuchen wollte wann stattfinden, stellte fest daß ich einige ungewollt verpasst hatte und daß heute der letzte Tag des Osterknopfmarktes ist, den die frisch umgezogene Kleiderkammer veranstaltet.

Die Zeitschriftenanzeige sah so aus:

osterknopfmarkt.gif


Also schnappte ich mir schnell meinen Sohn, schwang mich ins Auto und fuhr rüber. französisches HäkelgarnNachdem ich mich durch das Gewirr von Eingängen, Treppen, Brücken und Gebäuden gekämpft hatte, fand ich die Räumlichkeiten und einige sehr nette und hilfsbereite Mitarbeiterinnen.

Es standen alte benutzt aussehende Stricklieseleinige alte, teils nicht funktionstüchtige Nähmaschinen dort und ein Stand war aufgebaut mit fertig in Celophan verpackten "Geschenktütchen". Und eine Kiste voll unverpackter "Nähkästchen", einem winzig kleinen Kartonboden gefüllt mit allerlei Nähzutaten.

Entweder waren die bunten Sachen schon an den ersten beiden Tagen weggegangen oder aber zu der damaligen Zeit, als die Sachen produziert worden waren gab es eher nur gedeckte Töne. Ich guckte mir erstmal alles an, und stellte mir mein eigenes Nähkästchen zusammen.

Nebenbei entdeckte ich goldfarbener Stofresteinige alte Schätze, etwa eine Strickliesel, ein Kästchen mit schönem bunten Stopfgarn, das ich schonmal in nem Buch gesehen hatte, und einen Stoffrest.

Jedes einzelne Röllchen Nähgarn, jeder Reissverschluss und überhaupt alle Teile und Knopfkarten ließ mich aufjauchzen. Sei es das grobe Leinengarn, das Stopfgarnkästchen oder ein Papierpäckchen mit Haken und Ösen. Auf jedem Etikett und jeder Verpackung entdeckte ich interessante und kuriose Beschriftungen. Schachtel mit buntem StopfgarnJeder Name verstetze mich in Erstaunen, wo überall in der DDR Volkseigene Betriebe, sogenannte VEB's gewesen waren die textiles hergestellt hatten. Einer meiner liebsten VEB's ist der VEB Wittenberge, wo die Veritas Nähmaschine gefertigt wurde, die ich als Dauerleihgabe von Rons Mutter erhielt. Ihr sollte ich vielleicht ein eigenes Kapitel widmen, aber so viel sei verraten: in "meiner" Veritas Nähmaschine steckt laut Fachmann (repaiert seit 50 Jahren vor allem Veritas) der Motor einer Singer Industrienähmaschine, nur der Kolben wurde auf haushaltsübliche Länge geschrumpft, wie er es ausdrückte.
Zwei Reißverschlüsse Reißverschlussdetail


Erbeutet habe ich also eine DDR Strickliesel, 2 weiße kuschelweiche dicke je 50g Baumwollhäkelgarne die, man höre und staune, in Frankreich von Georges Picaud hergestellt wurden und bei 60°C waschbar sind. NähgarnAußerdem einen Stoffrest eines goldenen Möbelstoffes mit Jaquardwebmuster ca. 1,50m lang, einen 78cm Reissverschluss, einen 20cm Reisverschluss für 95 DDR- Pfennig was meinem Mann zufolge so viel Wert war wie 19 gute Brötchen, ein Kästchen mit 11 von eigentlich 12 Knäulchen Stopfgarn aus der VEB Zwirnerei Sachsenring aus Glauchau in Sachsen für 50 DDR- Pfennig die Schachtel.Leinengarn An Nähgarnen 1000m "Astrafin Super" brauner Baumwoll Nähfaden "lilastern" merzerisiert aus der "Zwirnerei und Nähladenfabrik Astra" in Dresden, Obergarn mercerisiert 200m reiner Baumwolle die auch gasiert wurde in weiß, eine große Rolle cremeweißen Baumwollnähgarns ohne weitere Bezeichnung aber ziemlich dick und robust aussehend,vier verschiedene Nähgarne 2 Rollen "Dreiecckgarn" Baumwollzwirn in dunkelgrau und mittelbraun mit je 200m Lauflänge zu 75 DDR- Pfennig pro Rolle und aus dem VEB Oberlausitzer Textilbetriebe und als kleines Highlight ein sehr robustes aber zugleich glattes Leinengar in naturfarben.

brauner SticktwistDazu kommt noch ein Baumwollstickgarn in dunkelbraun der Marke "Elstra" , 5g und merzerisiert aus dem VEB Zwirnerei und Färberei Berga an der Elster und ein VIF Nahtband in mittelgrau ca. 1,5cm breit und 5m lang aus Baumwolle,Nahtband bis 40°C waschbar für 40 DDR- Pfennig und hergestellt im VEB Bandtex Pulsnitz.

Früher wurde wohl auch viel in Papier und Pappe (nachwachsende kompostierbare Rohstoffe) verpackt, so auch das Päckchen mit je 24 eisernen "Solidor Haken und Augen" für 23 DDR- Pfennig aus dem VEB Solidor Dresden bunte Knöpfedie auch 20 Jahre nach der Wende noch einen äußerst soliden und optisch gefälligen Eindruck machen.

Und was wäre ein Knopfmarkt ohne Knöpfe?Schachtel mit Druckknöpfen In meinem Fall waren es einige rote Plastikknöpfe, dunkelrote Textilknöpfe, lose dicke und dünne, große und kleine Permuttknöpfe in verschiedenen Stärken! Reines Perlmutt wo man sich im Laden heutzutage dumm und dämlich zahlt. Außerdem durchsichtige Plastikknöpfe, ein Plastikschächtelchen von "garantiert rostfreien" Druckknöpfen aus dem VEB Solidor Dresden mit 10 Stück die nagelneu aussehen und 2 kleineren die leicht brüniertHaken und Ösen sind sowie 3 Haken ohne dazugehörigen Ösen.

ein ungewönliches Päckchen mit Plastik- WäscheknöpfenDann kam noch eine große Knopfkarte mit garantiert mangel/koch/bügelfesten Textilen Wäscheknöpfen, eine kleine Knopfkarte mit großen geschliffenen Perlmuttknöpfen aus der Knopffarbik im Kyffhäuser, eine Knopfkarte mit kleinen 14mm und 10mm textilen Wäscheknöpfen einmal der Marke Prima und einmal die "rosten nicht" Original Astor Wäscheknöpfe.altmodische textile Wäscheknöpfe

Ganz besonders verpackt sind auch die 18mm breiten 10 koch- und mangelfesten "Hohwald komplex" Wäscheknöpfe aus Plastik mit einer rauhen Seite und zu 36 DDR- Pfennig das Päckchen.

Es war eine Reise vielfältiges Knopfsortimentin die Vergangenheit und wirklich wie so eine Schatzbergung. Der Nähmaschinenfachmann Herr Wendt sagte "in der DDR wurden die meisten Geräte für die Ewigkeit gebaut, denn die mussten möglichst lange halten" was ich aus der Erfahrung mit unserem Torgauer Mixer und Beilroder Nähmaschine aus der DDR, die deutlich älter als ich selbst sind, und die noch einwandfrei funktionieren. Ich vermute daher daß auch Nähzubehör diesen Ansprüchen an Langlebigkeit gerecht werden musste und auch wird.

Ich hoffe ich grabe noch viele solcher Schätze aus und berge noch mehr solcher Kostbarkeiten. Ich steh ja total auf Bücher aus den 50er Jahren und auf alte Werkzeuge. Auf meiner Wunschliste stehen noch alte Schuhmacher und Hutmacher, Schneider und sonstiger Werzeuge, Hutstumpen, eine Butterschleuder und ein Waschbrett.große Perlmuttknöpfe

Ach ja, als ich meine Beute bezahlte, fiel mir ein unscheinbares Blatt in die Hand, das sich als einige zusammengetackerte A4 Blätter entpuppte,noch mehr Perlmuttknöpfe und auf dem "Nähmaschinenführerschein" stand. Ich bekam ein Exemplar gratis mit nach hause. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im nächsten Eintrag.


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